Tag 2 – Agra

Es gab leider in den letzten Tagen keine so guten Internetverbindungen und ich hatte diese Software hier zu streng eingestellt, so dass ich mich selbst ausgeschlossen hatte. Und dabei ist mir der Beitrag zum Tag 2 abhanden gekommen.

Deshalb noch mal Neu – aus der Erinnerung.

Es war wieder keine lange Nacht aber es hat sich gelohnt. Nach einem kurzen Frühstück sind wir um 8 Uhr (pünktlich) am Hotel abgefahren. Nach einer kurzen Fahrt mit dem Bus sind wir auf dem Parkplatz des Taj Mahals angekommen. Es hatte über die Nacht bzw. am Morgen überraschenderweise geregnet – beim Frühstück hatten wir noch den Regen gesehen und so war relativ wenig los und wir sind ohne Warteschlange auf das Gelände gekommen.

Was unheimlich interessant hier ist – vor jedem wichtigen Gebäude (auch am Hotel) gibt es Sicherheitsschleußen wie am Flughafen. Jeder der hinein will, muss da durch. Zusätzlich gab es an den Hotels bisher noch ein Röntgengerät, dass die Koffer und Taschen durchleuchtet. Und wie auch im Hotel, so war auch am Taj Mahal diese Sicherheitsschleuse so eingestellt, dass es bei jedem piepte. Ich glaube, das ist auch egal, es soll nur eine gewisse “Angst” vor möglichen Anschlägen nehmen. Auf jeden Fall bin ich mit meinem kompletten Fotorucksack durch diese Schleuse, natürlich hat diese wie bei jedem anderen angeschlagen, und wie bei jedem anderen wurde (oberflächlich) in meine Tasche geschaut. Wirklich verhindern kann man da nichts. Aber wir Europäer fallen von der Gesichtsform und Farbe auch auf – und wahrscheinlich sind wir keine potentiellen Attentäter sondern eher Tamilen oder Pakistanie. Ich weiß es nicht.

Auf dem Gelände des Taj Mahals sind wir durch den Vorhof auf das eigentlich Gelände, mit dem Gebäude und dem berühmten Wasserspiel davor. Unser Guide Girish hat uns über die Geschichte und das Entstehen aufgeklärt (macht er zwar sehr ausführlich, aber auch sehr interessant) und danach durften wir das Gelände selbst erkunden. Durch den Park ging es an den üblichen Hotspots vorbei (Diana Bank und Wasserspiele waren natürlich auch bei uns beliebte Fotomotive) und kurz vor dem Gebäude zieht man seine Tempelsocken an. Tempelsocken sind Überzieher über die Schuhe, die man vor dem Betreten des Tempels oder Palastes anziehen muss. Die Inder gehen in solche Gebäude in der Regel barfuss oder mit eigenen Socken. Den Touristen möchte man das nicht zumuten und so bekomen Sie diese Socken.

Das Taj Mahal ist von außen sehr beeindruckend und etwas größer, als ich es mir vorgestellt hatte. Wir hatten leider das Pech des Regens, so dass der Himmel sehr bedeckt war und das Licht entsprechend nicht optimal. Regen vor dem größten Bauwerk der Liebenden ist auch irgendwie symbolisch für mein Leben 🙂

Das Gebäude innen ist aber tatsächlich nur ein Grabmal. Mehr als ein falscher Sarg sieht man nicht. In dem Gebäude gibt es den tatsächlichen Sarg, und jeweils 2 Etagen darüber eine Immitation. Das hat man gemacht, damit die damalige Bevölkerung bzw. Trauernden nicht das wirkliche Grab beschmutzen, denn im Islam betet man am Fussende eines Grabes für den Toden. Deshalb gibt es in solchen Grabesstätten ganz oft 3 Särge, 2 davon nur zum Beten ohne “Inhalt”. Und nur diese beiden darf man heute besichtigen – wobei wir nur den obersten sahen. So ist man auch recht schnell wieder aus dem Gebäude, und nach einigen weiteren Aufnahmen von außen sind wir wieder zurück zum Hotel.

Den frühen Nachmittag haben wir dann auf der Hoteldachterasse (am Pool) verbracht und gelesen bzw. uns unterhalten. Als es nicht mehr ganz so heiß war sind wir zum Baby Taj Mahal (das eigentlich Mausoleum Itimad-ud-Daulas heißt) gefahren und haben das besichtig. Dabei sind meine Mehrtagestempelsocken gleich kaputt gegangen – waren eher Schuhgröße 36 als für mich passend. Anschließend sind wir zum Fort Agra gefahren, und haben uns auch dessen Geschichte von unserem Guide erzählen und zeigen lassen. Dort waren wir dann irgendwann kurz nach 17 Uhr als ein lautes pfeifen und der Einsatz von Bambusstöcken (nicht schlagend, aber zum Schieben eingesetzt) aus dem Innenraum vertrieb. Um 17:30 Uhr schließt dieser Teil und wir mussten uns beeilen, noch schöne Fotos zu machen. Im Außenbereich konnten wir dann noch einiges über dieses Fort (in Ruhe) erfahren und sind dann von dort zum gemeinsamen Abendessen in Agra gefahren. Auf dem Weg zum Abendessen haben wir eine Tradition von unserem Guide gelernt – den Sun-Downer. Es gab Rum und wer wollte auch Cola – um die Desinfektion vor dem Essen auch innerlich zu haben. Ein inzwischen schönes Ritual. Was ich dann gegessen habe habe ich leider vergessen – vielleicht hilft mir mein GPS Tracker zu Hause auf die Sprünge. Aber es war auf jede Fall vegetarisch (wahrscheinlich ein Dal), denn ich habe es bisher tatsächlich geschafft, immer etwas leckeres vegatarisches zu finden.

Nach einem langen Tag haben wir uns dann noch einen gemeinsamen Absacker an der Hotelbar gegönnt und sind dann sehr bald ins Bett.

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